Kronzeuge Robert Greene Ohne "Shakescene" keine literarische Existenz Shaksperes vor Marlowes Tod 1593 
Die einzige Evidenz, die für eine (literarische oder schauspielerische) Existenz Shaksperes vor Marlowes Verschwinden Ende Mai 1593 in London gewertet wird , ist eine Bezugnahme des Londoner Dramatikers -- Robert Greene in seiner autobiographischen Schrift „The Groatsworth of Wit bought with a million of Repentance““ aus dem Jahre 1592 , ( siehe engl. Orginal ) , die 2 Wochen nach Greenes Tod zum Druck gelangte. Keine Shakespeare-Biografie ohne Robert Greene's "Shakescene"
Es gibt praktisch keine Shakespeare Biographie, die nicht von dieser Quelle intensiven Gebrauch macht, vor allem, um bereits vor dem Tod Marlowes eine literarische Existenz Shaksperes herzuleiten. Ohne diese Quelle wäre erst „Venus und Adonis (V&A)“ Shakespeares erster gesicherter Beleg für eine literarische Tätigkeit (1593), der eindeutig erst nach dem Tod Marlowes gedruckt und veröffentlicht wurde. Der um 8 Jahre ältere Dramatiker Robert Greene, der wie Marlowe in Cambridge studiert hatte, stand zu jener Zeit in literarischem Wettbewerb zu Marlowe in London. Er bezog aus seinen Theaterstücken sein einziges Einkommen. Auf dem Sterbebett (1592) wendet sich Greene in „The Groatsworth of Wit“ zum letzen Mal an seine Leser. Ein Teil dieses Pamphlets enthält eine Reihe von Ermahnungen an drei namentlich nicht genannte Schriftsteller . Man kann aber unzweifelhaft davon ausgehen, daß er Christopher Marlowe ["thou famous gracer of Tragedians"],, Thomas Nashe [" Yong Juvenall, that biting satirist ] und George Peele (?) ["no less deserving than the other two" ] meinte, mit einer wüsten Beschimpfung gegen Schauspieler.
Aus Groatsworth of Wit(Ausschnitt - Übersetzung)Die folgende deutsche Übersetzung (modifiziert nach Robert Detobel , Ausschnitt) enthält Robert Greenes Ermahnung an die drei zeitgenössischen Dramatiker Marlowe, Nashe und Peele (?) (Orginal siehe hier !) ( Erläuternde Ergänzungen in eckigen Klammern und Fettdruck erscheinen nicht im Original !) ---------------- Und deshalb, während es mir das Leben noch erlaubt, werde ich eine Warnung an meine alten Kameraden schicken, die ebenso drauf los gelebt haben wie ich; obwohl ich vor Schwäche kaum noch schreiben kann, werde ich doch folgende wenige Zeilen an meine Mitakademiker richten, die sich im Gebiet dieser Stadt [London] aufhalten. An jene Gentlemen, seine einstigen Bekannten, die ihre geistigen Fähigkeiten darauf verwenden, Bühnenstücke zu schreiben; ihnen wünscht R. G. einen besseren Gebrauch davon und Weisheit, damit sie seine Maßlosigkeit vermeiden mögen. Wenn, Gentlemen, schmerzliche Erfahrung Euch dazu bewegen kann, auf der Hut zu sein, oder unerhörtes Elend Euch Vorsicht zu lehren vermag, dann zweifle ich nicht daran, daß Ihr auf das Leben, das ihr bisher verbrachtet, in Trauer zurückblicken werdet, um das Leben, das kommen wird, in Reue zu verbringen. [1 Christopher Marlowe] Wundere Dich nicht – denn mit Dir, berühmter Beglücker der Tragöden [„thou famous gracer of tragedians“] , will ich anfangen –, daß Greene, der gleich Dir (wie die Toren in ihrem Herzen) gesagt hat „Es ist kein Gott“, nun dem Herrn Ehre gibt, denn alldurchdringend ist seine Macht, die Hand des Herrn liegt schwer auf mir, er hat mit donnernder Stimme zu mir gesprochen und ich habe gespürt, daß er ein Gott ist, der Feinde bestrafen kann. Warum sollte Dein hervorragender Geist [„thy excellent wit“], des Herrn Gabe, so verblendet sein, daß er dem Geber keine Ehre gäbe? Ist es abscheuliche macchiavellistische Politik, die Du [Marlowe] gelernt hast? Oh irrlichternder Wahn![„oh peevish folly“]. Was sind dessen Vorschriften anders als wirre Narreteien, dazu angetan, in kurzer Zeit das Menschengeschlecht auszutilgen. Denn wenn Sic volo, sic jubeo in denen, die zu befehlen berufen sind, und wenn es, einerlei ob gut oder böse, rechtmässig wäre, das zu tun, was einem Nutzen bringt, dann sollten nur Tyrannen das Erdreich besitzen und in gegenseitiger Überbietung an Tyrannei einander niedermetzeln, bis der stärkste von ihnen alle anderen überlebt und der letzte Schlag dem Tod vorbehalten bleibt, um mit diesem einen Schlag das Ende der Menschheit zu besiegeln. Der Erfinder dieses teuflischen Atheismus [Machiavell] ist tot, und in seinem Leben fand er nie das Glück, nach dem er trachtete; sondern da er mit List anfing, lebte er in Furcht und endete in Verzweiflung. Wie unerforschlich sind Gottes Wege! Dieser Mörder vieler Brüder, ihm ward wie Kain das Gewissen versengt, dieser Verräter dessen, der sein Leben für ihn opferte, erbte Judas’ Teil, dieser Apostat siechte dahin wie Julian, und willst Du, mein Freund,[Marlowe] sein Schüler sein? Schau nur auf mich, der ich von ihm zu dieser Freizügigkeit verführt wurde, und Du [Marlowe] wirst es als höllische Sklaverei empfinden. Ich weiß, daß die geringste meiner Missetaten dieses elende Sterben verdient, aber mutwilliges Eifern gegen bekannte Wahrheit übertrifft alle Heimsuchungen meiner Seele. Zögere nicht wie ich bis zu dieser äußersten Grenze, denn wenig weißt Du darüber, was Dich am Ende erwartet. [2 Thomas Nashe] Mit Dir [Marlowe] zusammen nenne ich den jungen Juvenal , diesen bissigen Satiriker, der neulich gemeinsam mit mir eine Komödie geschrieben hat. Lieber Junge [Nashe], darf ich Dir einen guten Rat geben, sei gut beraten und schaffe Dir durch bittere Worte nicht viele Feinde; wettere gegen die Eitlen, denn Du kannst es, keiner kann es besser als Du, keiner so gut wie Du; es steht Dir frei, alle zu tadeln und keinen zu nennen; denn wird einer angesprochen, sind alle beleidigt; wird keiner geschmäht, ist keiner gekränkt. Hindere ein stilles Wasser in seinem Lauf und es wird toben, trete auf einen Wurm und er wird sich wenden; darum: schmähe nicht Gelehrte [scholars], wenn sie, über spitze Bemerkungen erregt, Deine allzu große Freiheit zum Tadeln mit Tadel erwidern. [3 George Peele] Und Du , nicht weniger verdienstvoll als die beiden anderen, in einigen Dingen seltener, in nichts geringer, der Du, wie ich, zu extremen Ausbrüchen neigst, etwas habe ich auch Dir zu sagen; und wäre es nicht ein abgöttischer Eid, ich könnte beim Heiligen Georg schwören, daß Du kein besseres Los verdientest, als Dein Dasein auf solch minderwertige Weise fristen zu müssen. Niedriger Gesinnung seid Ihr alle drei [Marlowe, Nashe, Peele], wenn Euch mein Elend keine Warnung sei; denn diese Kletten [„those burres to cleave“] beabsichtigten nicht, an einem von Euch oder an mir kleben zu bleiben; diese Puppen [Schauspieler], meine ich, die aus unserem Munde sprechen, diese mit unseren Farben geschmückten Fratzen [Anticks garnisht]. Ist es nicht merkwürdig, daß Ich, zu dem sie alle dankbar aufschauten: ist es nicht wahrscheinlich, daß Ihr, zu denen sie alle dankbar aufblicken, in der Lage wäret, in der heute ich bin, wie ich - von ihnen fallengelassen würdet? Nein, traue ihnen [den Schauspielern] nicht: denn da ist eine emporsteigende Krähe [upstart crow, heute würde man wohl sagen „schräger Vogel“ ], geschmückt mit unseren Federn, mit seinem Tigerherzen, in Schauspielerhaut gesteckt [tiger's heart wrapt in a player's hide] die glaubt, genausogut einen Blankvers vollstopfen [bombast] zu können wie der beste von Euch [Marlowe] : und dieser absolute Wichtigtuer [„Johannes factotum“] in seiner eigenen Eingebildetheit [own conceit] dünkt sich selbst der einzige Bühnenerschütterer [„Shake-scene“] im Lande. _________
Die “Tygers hart“ Zeile wurde erstmals 1595 in dem Quarto „The True Tragedie of Richard Duke of Yorke“, ohne Namen eines Autors veröffentlicht . Dies bedeutet de facto, dass der erste Hinweis, dass die Zeile von Shakespeare stammt, frühestens der ersten Gesamtausgabe der First Folio 1623 entnommen werden konnte, die erstmalig diese Zeile dem Namen Shakespeare in Heinrich VI (3.Teil) zuordnete . Eine frühere Referenz zu dieser Zeile kann damals keineswegs und automatisch einen Bezug zu William Shakespeare hervorgerufen haben. ______________
Oh! laß mich Euch [Marlowe, Nashe , Peele] beschwören, Euren so seltenen Witz sinnvoller zu nutzen; und laßt doch diese Affen [die Schauspieler] Eure vergangene Vorzüglichkeit nachahmen, aber laßt sie mit Euren bewunderten Schöpfungen nie mehr Bekanntschaft machen. Ich weiß, daß der sparsamste von Euch sich nie als Wucherer erweisen wird und der liebenswürdigste von denen nie als liebenswürdige Pflegerin [„kind nurse“]. Sucht Euch denn, während Ihr noch könnt, bessere Meister. Denn es wäre ein Jammer, daß Eure seltenen geistigen Fähigkeiten den Gnaden derartig roher Stallknechte ausgeliefert wären. Hier könnte ich noch zwei weitere einbeziehen, die beide gegen diese Steifleinenherren [buckram gentlemen] geschrieben haben; aber ihre eigenen Werke mögen gegen ihre Lasterhaftigkeit selbst Zeugnis ablegen, sollten sie damit fortfahren, solche ärmlichen Bauern auszuhalten. Was jene Schriftsteller betrifft, die da noch hinzukommen werden, so überlasse ich sie der Gnade dieser lackierten Monster, die ( ich zweifle nicht daran) die besten von ihnen veranlassen werden, sie zu verachten; was die übrigen betrifft, macht es nichts aus, wenn sie mit ihnen ihren Spott treiben. Doch nun wende ich mich noch einmal an Euch drei [Marlowe, Nashe, Peele], wissend, daß mein Elend nichts Neues für Euch ist; und gestattet mir, Euch inständig zu wünschen, daß meine Unbill Euch eine Warnung sein möge. Ergötzt Euch nicht wie ich an gotteslästerlichen Flüchen; denn dem Hause des Gotteslästerers wird ein Fluch nicht weichen. Verachtet Trunkenheit, die den Geist verwüstet und Menschen zu Tieren werden läßt. Fliehet die Lust als den Sensenmann der Seele und beschmutzt nicht den Tempel des Heiligen Geistes. Verabscheut jene Epikureer, deren liederliches Leben die Religion für Eure Ohren abstoßend klingen läßt. Und wenn sie Euch einzulullen versuchen, indem sie Euch Magister nennen, gedenket Robert Greene, dem sie oft auf diese Weise geschmeichelt haben und der jetzt mangels Trostes zugrunde geht. Denkt daran, Gentlemen, Eure Leben [Marlowe, Nashe, Peele] sind wie so manche brennenden Kerzen, die jedem von Euch behutsam überreicht wurden, daß Ihr sie nicht verlöschen lasset; ein einziger Windstoß des Zornes vermag sie zu löschen, Trunkenheit zu ersticken, Fahrlässigkeit sie umzustoßen. Denn nicht die Zeit, die den Menschen gegeben, ist an sich kurz, sondern die Sünde ist es, die sie abkürzt. Das Feuer meiner Lampe flackert seinem Ende zu; mangels Mittel, es am Brennen zu halten, bleibt dem Leben kein Stoff mehr, von dem es zehren könnte. Ich flehe Euch [Marlowe, Nashe, Peele] an: verlaßt Euch nicht auf solche schwache Daseinsgrundlage, denn sie sind alle wechselhaft wie in ihren vielen Verkleidungen. Nun, meine Hand ist ermüdet, und ich bin gezwungen, dort aufzuhören, wo ich anfangen wollte. Doch ein ganzes Buch kann ihre Verfehlungen nicht fassen, die ich in einige wenige Zeilen zwängen mußte. Wünschend, daß Ihr lebt, obwohl selbst sterbend: Robert Greene. Erstaunliche Groteske
Dieser Text ist ohne Frage in erster Linie an drei Dramatiker gerichtet , ganz besonders an den dramatischen Genius Christopher Marlowe ("thou famous gracer of tragedians" , "thy excellent wit" , (und an Nashe und Peele) . Der Text soll diesen Personen nebenbei eine Warnung vor Schauspielern sein und insbesondere vor dem (damals berühmtestenn) hünenhaften Schauspieler und Bühnenershütterer (Shake-scene) Edward Alleyn. (s.Bild) Man kann mit hoher Plausibilität (s.u.) davon ausgehen, dass mit Shakescene , dem Bühnenerschütterer nur der damals berühmteste und wohlhabende Schauspieler Edward Alleyn , ( Schwiegersohn von Philip Henslowe), gemeint gewesen sein kann, der zwischen 1587 und 1593 alle grossen Hauptrollen in Marlowes Stücken (z.B. Tamburlaine, Dr. Faustus, Barrabas..) verkörperte, insbesondere , wenn man bedenkt , dass Robert Greene gegenüber diesem grössten Schauspieler seiner Zeit Edward Alleyn seine Abneigung bereits 1590 mit dem Bild einer Krähe zum Ausdruck gebracht hat , als er unter Zuhilfenahme des grossen römischen Schauspielers Roscius verdeckt auf ihn anspielte: ( Klammern und Fettdruck erscheinen nicht im Original !) Why Roscius,[Alleyn] are thou proud with Aesops crow [!], being pranct with the glory of others feathers ? Of thyself thou canst say nothing , and if the Coblers [Marlowe] hath taught thee sto say Ave Caesar. Disdain not thy tutor because thou Pratest in a Kings Chamber (s.auch unter Edward III) (Robert Greene, Franceso Fortunes 1590) Die Einschätzung, daß es sich bei der Anspielung eines "Shakescene" nicht um Shakespeare sondern nur um den grossen zeitgenössischen Schauspieler Alleyn gehandelt haben muss, wird auch durch ein Epigram Ben Jonsons an Edward Alleyn 1616 eindeutig bestätigt: If Rome so great and in her wisest agefear'd not to boast the glories of her stage As skillfull Roscius and grave Aesop men ....(Ben Jonson 1616 "To Edward Allen")
Zwei von Greene's eigenen Stücken "Friar Bacon and Friar Bongay" und "Orlando Furioso" wurden 1591 von den "Lord's Strange's Men aufgeführt. Verschiedene zeitgenössischen Zeugnisse belegen, dass der damals 26 jährige Schaupieler-Superstar Edward Alleyn in dieser Zeit mit der Schauspieltruppe von "Lord Strange's Men" assoziiert war und fast alle Helden-Hauptrollen spielte, fremde Stücke veränderte , modifizierte und möglicherweise selbst versuchte , Stücke zu schreiben. Tygers hart rapt in a Players hyde Wenn Greene in seinem Text "Groatsworth" 1592 in der “Tygers hart“ Zeile („Tygers hart rapt in a Players hyde“) das Wort „Women“ durch „Player“ ersetzte, so lässt dies ganz unzweifelhaft erkennen, daß Greene vor seinem Tode 1592 die frühe Fassung von Heinrich VI/3 („The True Tragedie of Richard Duke of Yorke“) kannte und diese Zeile negativ auf Edward Alleyn ummünzte, keineswegs aber auf Shakespeare. Die „Tygers heart“ Zeile entstammt einer Szene (Akt I/41) , in der York (gespielt von Edward Alleyn) die Königin Margaret rüde und grausam denunziert, („Tygers hart rapt in a Women‘s hyde“)“. Der Text belegt, dass die Frühfassung von Heinrich VI/3 schon 1591/2 vor Robert Greene‘s Tod 1592 aufgeführt worden sein muss . (Die Frühfassung Heinrich VI/3 wurde 1595 erstmals als Quarto „The True Tragedie of Richard Duke of Yorke“, ohne Namen eines Autors veröffentlicht). Wo war Shakespeare in dieser Zeit 1591/92 ? Es gibt keinen Beleg, dass er bereits zu dieser Zeit in London existierte. Er war weder in dem „Raleigh Zirkel“, noch bei den „Northumberlands Men“ , noch bei den "University Wits". Die wichtigsten schöpferischen Jahre Shaksperes nach der Geburt der Zwillinge „Judith und Hamneth“ von 1585-1593 sind ohne eine erhaltene Quelle. Es bleibt nicht verstehbar , warum die meisten Shakespeare-Biographen nicht den Hauch eines Zweifels erkennen lassen, wann und wo Shakspeare 1593 vor Venus und Adonis, alle drei Teile von Heinrich VI geschrieben haben soll und wie er an die ausgiebigen historischen Quellen (Holinshed,Hall) dieser Stücke gelangte. Dies bedeutet de facto aber auch, dass der erste gesicherte Hinweis, dass die "Tygers Hart" Zeile eindeutig von Shakespeare stammt, frühestens der ersten Gesamtausgabe der First Folio 1623 ( Heinrich VI -3.Teil) entnommen worden sein kann. Da die erste Quarto-Ausgabe 1595 anonym erschien ohne Autor, kann eine frühere Referenz dieser Zeile von Robert Greene (1591/92) damals keineswegs einen Bezug zu William Shakespeare hervorgerufen haben, da zu dieser Zeit Shakepseare vom Namen her in London nicht nachweislich bekannt war. "Shake-scene", ein unzulänglicher Beweis
Es bleibt eine absolute Groteske, a) wie aus dem oben wiedergegebenen Text Robert Greenes aus dem Jahre 1592 mit dem erkennbaren Ärger der Dichter über einen "absahnenden" Star , Schauspieler und ungerechtfertigten Emporkömmling eine scheinbar so gesicherte Bezugnahme zu dem damals nicht existenten Dichter William Skakespeare hergestellt werden konnte . Mit "Upstart-crow" und "Shake-scene" kann - auch unter Kenntnis der Greene'schen Äusserungen 1590 - hier nur der berühmteste und wohlhabende zeitgenössische "Bühnen-Erschütterer" Edward Alleyn gemeint gewesen sein. b) und wie mit einem einzigen Wort "Shake-scene" in einer schier endlosen Reihe von Shakespeare-Biografien ein plausibler Sinnzusammenhang herzustellen versucht wurde, nur um eine frühere Datierung und Aktivität des Dichters William Shakespeares vor Marlowes Verschwinden (31.5.1593) hinzubekommen und eine Autorschaftsdebatte zu entkräften. Wenn in dem Pamphlet "Groatsworth" von Robert Greene nicht das Worte "Shake-scene" enthalten gewesen wäre, wäre wahrscheinlich in der Folgezeit niemand jemals auf die Idee gekommen , dass in dieser Schrift aus dem Jahre 1592 der Dichter William Shakespeare vorkommt oder gemeint sein kann. Diese in einem ungeheurem Ausmass zitierte und kolportierte, aber nicht gerechtfertigte und unplausible Bezugnahme zu dem Dichter William Shakespeare muss damit zusammenhängen, dass es bis zum Verschwinden von Christopher Marlowes (1593) ausser dieser Quelle von Robert Greene keine Bezugnahme auf einen Dichter Shakespeare von irgend einer anderen zeitgenössischen Person gibt , die je an irgend einer Stelle die Person William Shakespeare erwähnt hätte. Es erscheint ungleich plausibler , Greenes Attacke in „Groatsworth“ auf Edward Alleyn zu beziehen. Damit entfällt der einzige Beweis , dass Shakespeare vor dem Verschwinden Marlowes als Dichter existierte. Zeitgenössische Quellen für UrheberschaftsproblematikGreene's "Shakescene" wird in unglaublichem Ausmaß in allen Biographien Shakespeares als ein (ungeeigneter) zeitgenössischer Beweis seiner literarischen Existenz in den frühen Neunziger Jahren des 16.Jahrhunderts zitiert und interpretiert. Hingegen werden zahlreiche geeignete zeitgenössische Hinweise ( s. Abschnitt 4) Terence, b) Joseph Hall , c) I am he, d) Poettasters, e) Beaumont, f) Parnassus g) Marston h) Parnassus i) Poet-Ape , die auf eine Urheberschaftsproblematik mit Shakspere hinweisen, weitgehend unterdrückt bzw. in ihrer Beweiskraft mit allen Mitteln entwertet.
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